Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine
Werke sind.
Offb 22,12
Advent bedeutet Ankunft, Kommen oder Erscheinen. In der Adventszeit erinnern wir uns an das Kommen Jesu in die Welt. Und wir erinnern uns an das Versprechen der Engel: Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen. Apg 1,11 Advent bedeutet nicht nur Besinnung auf Vergangenes. Advent bedeutet auch Besinnung auf die Wiederkunft Jesu und Selbstprüfung. Die Adventszeit war ursprünglich eine Fastenzeit, die die Alte Kirche auf die Tage zwischen dem 11. November und dem ursprünglichen Weihnachtstermin, dem Erscheinungsfest am 6. Januar festlegte. Diese acht Wochen ergeben abzüglich der fastenfreien Sonn- und Samstage insgesamt vierzig Tage. Seit 1917 wird das Adventsfasten vom katholischen Kirchenrecht nicht mehr verlangt. In der Adventszeit haben sich die Christen geprüft und innerlich vorbereitet auf die Wiederkunft Jesu.
Jesus wird wiederkommen, „zu richten die Lebenden und die Toten.“
So bekennt es die Christenheit zu Recht. Die Weltgeschichte und die
Geschichte jedes Menschen findet ihre letzte, abschließende
Beurteilung im letzten Gericht, dem sog. Jüngsten Gericht. Es
wird das Jüngste Gericht genannt, weil es nach diesem Gericht
kein Gericht mehr geben wird. Und es ist darum nicht das einzige
Gericht, von dem die Bibel spricht. Jesus Christus orientierte sich
in seiner Verkündigung stark an dem, was in der Zukunft sicher
geschehen wird, dem kommenden Gericht.
Seit der Zeit fing Jesus an
zu predigen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbei
gekommen! Matth 4,17 Fürchtet euch nicht vor denen, die
nur den Leib, aber nicht die Seele töten können. Fürchtet
euch vor Gott, der Leib und Seele ins ewige Verderben schicken kann.
Matth 10,28 Jesus weiß um das Gericht Gottes. Und weil das
Gericht Gottes unausweichlich ist, darum lädt er Menschen
eindringlich ein, umzukehren, mit Gott Frieden zu machen und nach
seinem Willen zu leben. Unser Leben heute soll bestimmt und
geprägt sein vom Wissen um Gottes Gericht!
Jesus sinnierte
nicht über die Frage, „gibt es einen heiligen Gott?,“
sondern „bist du bereit,
deinem Gott und Schöpfer zu begegnen?!“ Aber das
sage ich euch: Am Tag des Gerichts werden die Menschen sich
verantworten müssen für jedes unnütze Wort, das sie
gesprochen haben. Aufgrund deiner eigenen Worte wirst du dann
freigesprochen oder verurteilt werden.« Matth 12,36-37 So
gewiss, wie die Sonne heute morgen aufgegangen ist, so gewiss wird
jeder von uns vor Gott stehen! Denn er hat einen Tag festgesetzt,
an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen
Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben
angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat. Apg 17,31
Bist du bereit, Gott zu begegnen?
„Dass Gott der Richtende ist wird somit zu einer Zentralaussage des NT; nicht nur in der Häufig-keit der Erwähnung, sondern inhaltlich, so dass sich Überschneidungen mit den Hauptbegriffen ntl. Verkündigung ergeben. (…) Jesus – wie Johannes der Täufer – predigt durch Wort und Tat die Nähe des göttlichen Gerichtes, die zu Hoffnung und Buße treibt (Lk 13,6ff), die ein Wehe über die Unbußfertigen bringt (Matth 11,20ff). Die Erwartung des Gerichts besagt, dass der Mensch mit allen seinen Entscheidungen auf die ewige Entscheidung Gottes über ihn zugeht. Vor Gott ist nichts vergessen, kein Wort, keine Tat. Das Gericht Gottes ist die eigentliche Wirklichkeit, von der her und auf die hin der Mensch lebt (Matth 10,28). Rettung in diesem Gericht gibt es nur durch Vergebung.“ (W. Schneider, Theol. Begriffslex. z. Bibel)
1. Das Gericht an Jesus Christus auf Golgatha
Dies ist das mit Abstand bedeutendste göttliche Gericht. Christus hat die Schuld der Welt auf sich genommen. Er hat das Gericht Gottes auf sich gelenkt und alle, die dies Opfer annehmen, sind mit Christus gekreuzigt und auferstanden (vgl. Röm 6,5-10). der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 1. Petr 2,24; Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat. Apg 17,31 Alle Christen sind also schon gerichtet!
2. Das Gericht über die Werke von Christen
Bei diesem Gericht, das u.a. in 1.Kor 3,11-15 beschrieben wird,
geht es allein um die Beurteilung unserer Werke als Christen und um
Lohn für die Werke. Was nicht zur Ehre Gottes getan wird, das
wird im Feuer verbrannt, davon bleibt nichts übrig, dafür
gibt es keinen Lohn. Die Rettung vor dem zweiten Tod, der ewigen
Trennung von Gott, ist hier nicht das Thema. Denn wir müssen
alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen
Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei
gut oder böse. 2.Kor 5,10 Wichtig in diesem Zusammenhang ist
auch: Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach
aber das Gericht: so ist auch Christus einmal geopfert worden, die
Sünden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal wird er nicht der
Sünde wegen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum
Heil. Hebr 9,27f
Der Apostel Paulus lebte in der Erwartung, dass
Christus ihm eine Krone der Gerechtigkeit geben wird aufgrund seiner
Werke, seines Dienstes für Christus: Ich habe den guten Kampf
gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben
gehalten; hinfort liegt für mich bereit die Krone der
Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag
geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine
Erscheinung liebhaben. 2. Tim 4,7f Darum lesen wir am Ende der
Offenbarung: Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem
jeden zu geben, wie seine Werke sind. Offb 22,12
3. Das Gericht über die, die nicht im Buch des Lebens stehen
„Im Endgericht wird herauskommen, was man an Jesus hat und wie wirklich
verloren man ohne Jesus ist.“ (R. Scheffbuch) Das Gericht
vor dem großen, weißen Thron ist das Jüngste
Gericht. In diesem Gericht spricht Christus (Röm 2,15f) das
endgültige Urteil über alle Menschen, die nicht im Buch des
Lebens stehen. Alle, die vor diesem jüngsten Gericht stehen,
werden verdammt! Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm
waren; und der Tod und die Unterwelt gaben ihre Toten heraus, die in
ihnen waren. Sie wurden gerichtet, jeder nach seinen Werken. Der Tod
und die Unterwelt aber wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der
zweite Tod: der Feuersee. Wer nicht im Buch des Lebens verzeichnet
war, wurde in den Feuersee geworfen. Offb 20,13-15 Interressant
ist, dass Offb 21,27 die Menschen erwähnt, die geschrieben
stehen im Lebensbuch des Lammes: Und nichts Unreines wird
hineinkommen und keiner, der Greuel tut und Lüge, sondern
allein, die geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes.
Das Buch des Lebens ist zugleich das
Lebensbuch des Lammes.
Und das Lebensbuch des Lammes ist das Gerichtsprotokoll von Golgatha.
In diesem Buch steht jeder Mensch, der mit Christus, dem Lamm Gottes,
auf Golgatha gerichtet wurde.
Herr, du bist Richter!
Du nur kannst befreien, / wenn du uns freisprichst, dann ist Freiheit
da.
Freiheit, sie gilt für
Menschen, Völker, Rassen, / so weit wie deine Liebe uns
ergreift.
Herr, deine
Liebe ist wie Gras und Ufer, / wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.
(Herr deine
Liebe ist wie Gras und Ufer; Text: Anders Frostenson 1968; dt. Ernst
Hansen, 1970)