Wie durch ein Wunder hat ein kleines Mädchen zwei Tage vor Heiligabend
einen Sturz aus knapp 80 Metern Höhe überlebt. Retter
entdeckten das 20 Monate alte Kind unterhalb von steilen Felsklippen
nahe des französischen Seebads Étretat, berichtete die
französische Tageszeitung "Le Parisien" am Mittwoch.
Es lag neben seiner toten Mutter. Die 25-Jährige litt an
Depressionen und hatte sich nach ersten Ermittlungen zusammen mit
ihrem Kind von dem Felsen am Ärmelkanal gestürzt. Das
kleine Mädchen erlitt bei dem Sturz mehrere Brüche und ein
Schädel-Hirn-Trauma. Wie es überleben konnte, war zunächst
unklar. Eventuell sei der Aufprall durch den Körper der Mutter
abgefedert worden, mutmaßten Retter. (www.stern.de/panorama)
Wie unvorstellbar verzweifelt und hoffnungslos war die Mutter dieses
Kindes! Dass Menschen ihr Leben beenden, gehört leider zur
traurigen Realität unserer Welt. Ohne diese wundersame und
unbegreifliche Bewahrung dieses Kindes hätte der Selbstmord
dieser jungen Frau nie den Weg in die Nachrichten gefunden. Tiefste
Verzweiflung und wundersame Rettung liegen hier selten eng zusammen.
Tiefste Verzweiflung und wundersame Rettung liegen auch bei der
Geburt von Jesus sehr eng beieinander. Das zeigt uns Zacharias, der
Vater von Johannes dem Täufer, in seinem Lobgesang:
Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Denn
du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und
Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer
Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch
die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, damit
es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes,
und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Lk
1,76-79
Jesus kam in die Welt als das aufgehende Licht aus der Höhe. Der Sohn Gottes wurde geboren, damit er Licht und Hoffnung bringt zu Menschen, die in Finsternis und Schatten des Todes sitzen und ihre Füße richte auf den Weg des Friedens. Ohne Jesus sitzen Menschen in Finsternis und Schatten des Todes. Fritz Rienicker schreibt in seinem Kommentar über diesen Vers: „Der Ausdruck „sitzen“ bezieht sich auf den Zustand der Erschöpfung und Verzweiflung, in den die Menschheit hineingeraten ist.“ Darum sagte der Engel zu den Hirten: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland (Retter) geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. (Lk 2,10f) Die Geburt des Retters feiern wir mit allen Christen auf der Welt. Unser Dank ist dreifach;
1. Gott sei Dank für Wegbereiter zum Glauben an Jesus Christus.
Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Denn
du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest...
Weihnachten sagt uns: Gott holt uns ab, gleichgültig, wo wir stehen.
(Helmut Thielicke) Johannes hat als Prophet „den Weg des Herrn
bereitet“. Mit Weg des Herrn ist hier der Weg zu den Herzen der
Menschen gemeint. Indem Johannes Menschen warnte und sie mit aller
Ernsthaftigkeit aufforderte, ihre Schuld zu bekennen und ihr Leben in
Ordnung zu bringen, bereitete er den Weg des Herrn Jesus Christus.
Johannes der Täufer war ein Wegbereiter zum Glauben an Jesus
Christus. Gott gebrauchte Johannes damals. Denn Gottes Herz schlägt
für Menschen, die in Finsternis und Schatten des Todes sitzen.
Und so steht Johannes der Täufer auch
stellvertretend für alle die Menschen, die unseren Weg zum
persönlichen Glauben an Jesus Christus vorbereitet haben. Damit
Jesus uns erreicht müssen Wege bereitet werden. Damit Jesus
unser Herr und Retter wird, brauchen wir Wegbereiter. Als Christ
verdanke ich meinen Glauben auch Menschen, die Gott gebraucht hat als
„Wegplanierer“, als Pfadfinder meiner tiefen Sehnsucht
nach Frieden mit Gott. Darum: Gott sei Dank...
2. Gott sei Dank für die Vergebung unserer Schuld durch Jesus Christus.
und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer
Sünden...
Unsere Schuld ist der Grund für Weihnachten. „Welt ging verloren,
Christ ward geboren...“ Ohne Christus haben wir allen Grund,
verzweifelt zu sein. Paulus war auch ein Wegbereiter. Er wurde von
Jesus zu Menschen gesandt: … zu
denen ich dich sende, um ihnen die Augen aufzutun, dass sie sich
bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans
zu Gott. So werden sie Vergebung der Sünden empfangen und das
Erbteil samt denen, die geheiligt sind durch den Glauben an mich.
Apg 26,17f In seinem Brief an die Christen in Ephesus schreibt
Paulus:In ihm (Christus) haben wir die Erlösung durch sein Blut, die
Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns
reichlich hat widerfahren lassen. 1,7f
Pastor David Roth schreibt, „Schon immer - so
sagen es die Jahrtausende alten Schriften der Bibel - schon immer ist
der Mensch schuldig und bleibt der Mensch schuldig. Er bleibt Gott
das Vertrauen schuldig, das der verdient hätte. Er bleibt dem
Mitmenschen Respekt, mitfühlende Liebe und Zuwendung schuldig.
Er bleibt Gerechtigkeit schuldig und tätige Liebe. Er bleibt
sich selbst schuldig, denn er verliert sich in Nebensächlichkeiten.
Und wer sich selbst verliert, der geht verloren. Verlust. Schuldig.
In Ewigkeit. (…) An
Weihnachten ist Jesus schuld. Alle anderen dürfen Schuld
loswerden und Schuld vergeben.“ Darum: Gott sei Dank...
3. Gott sei Dank für die Hoffnung und Lebensführung durch Jesus Christus.
...durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes,
durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe,
damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des
Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Gott lenkt unsere Schritte! Rund um die Geburt von Jesus
Christus sehen wir die freundliche, aber bestimmte Führung
Gottes im Leben einfacher Menschen.
1) Gott lenkt es so, dass Josef entgegen seinen
Absichten, bei seiner Verlobten Maria bleibt.
2) Gott lenkt den Weg von Josef und Maria nach
Bethlehem, dass Jesus entsprechend der Verheißung in diesem
kleinen Ort in Juda geboren wird.
3) Gott führt die Weisen aus dem Morgenland mit
Hilfe von einem Stern – erst nach Israel, dann an den
Geburtsort in Bethlehem.
4) Gott führt die Hirten zum Stall.
Die Führung Gottes ist ein wunderbares Thema der Bibel: Spr
16,9 Der Mensch plant seinen Weg, aber der Herr lenkt seine
Schritte. Spr 20,24 Gott lenkt die Schritte des Menschen; wie
kann der Mensch sein Leben überblicken?Dan 5,23c
Aber den Gott, der dein ganzes Leben in seiner Hand hat und deine
Schritte lenkt - ihn willst du nicht ehren! 1. Mo 50,20 Ihr
gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut
zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu
erhalten ein großes Volk.
Und immer geht es Gott um erfülltes Leben: Du tust mir kund dem Weg zum Leben. Ps 16,11 Damit sind wir bei der Feststellung vom Anfang: Verzweiflung und wundersame Rettung liegen nah beieinander in der Geburt Jesu. Aus Gottes Sicht gibt es nur zwei Möglichkeiten für jeden von uns: Entweder wir sind verzweifelt, weil wir mit unserer Schuld leben, weil wir ohne Christus leben, weil wir aus der Finsternis in die ewige Finsternis gehen. Oder wir sind gerettet, weil Christus unsere Schuld vergeben hat, unser Leben segnet, uns Frieden mit Gott schenkt! Du tust mir kund den Weg zum Leben.Ist das auch deine Erfahrung, dein Glaube? Gott lädt heute ein, dass du Christus einlädst. „Wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, du bleibst doch ewiglich verloren.“ (Angelus Silesius)